Die Nacht in Scourie war wieder richtig erholsam. Ich hatte gleich am Morgen ein Erfolgserlebnis – das Pubertier meinte, dass keinerlei Schnarchen die jugendliche, dringendst benötigte, Bettruhe gestört habe. Gutes Kind, weiß schon wann eine Notlüge richtig und wichtig ist…chapeau!
Der erste Gang, nach dem kulinarisch äußerst anspruchsvollen Morgenmüsli 👀 ging zum Tante Emma Laden ein paar Minuten die Straße entlang. Postkarten wurden abgegeben, um die lieben Daheimgebliebenen (insbesondere Sponsoren) zu beglücken.

Weiter ging es in südlicher Richtung gen Kylesku, wo s’innig geliebte Pubertier ERNEUT unverzüglich eine Bergspitze erklimmen wollte. Warum sie da so schnell und vor allem allein vorneweg wollte, überlasse ich an dieser Stelle jedweder Fantasie. Nach kürzester Zeit, und ich muss es einfach annehmen, unverrichteter Dinge, flötete es mir von oben entgegen, „hier müssen wir bleiben und Suppe essen“. Da es in der Regel müßig ist, sich mit den Beweggründen fürs Pubertierhandeln beziehungsweise -denken zu beschäftigen, packte ich stante pede die Feuerkanne nebst Zubehör und einer Suppe in den Rucksack und auf ging es in luftige Höhen. Es versteht sich von selbst, dass das Pubertier für diesen Moment zum Lastentier befördert wurde. (hehehe… selbst schuld).
Oben angekommen wurde mein Sherpa unverzüglich wieder zum Pubertier degradiert und sprang elfengleich über die umherliegenden und aus der Heide ragenden Felsbrocken. Während ich (dem lieben Ronald sei Dank) innerhalb kürzester Zeit (pfff – wer ist schon Bear Grylls) ein für meine Verhältnisse episches Feuer unter der Suppe entfachte, wunderte sich das liebe Pubertier einen Kullerkeks über zwei Stücken Rotwild, die in 20 Metern Entfernung verweilten. Was müssen sich diese Tiere wohl gedacht haben. (Guck ma, da ist ein Pubertier und das schaut genau so blöd wie wir 🎶… 😂) Wir genossen unsere heiße Suppe unter den neugierigen Blicken des potenziellen Wildgulaschs. Das erwähnte Gulasch muss meine Gedanken, vielleicht auch meine Blicke, gelesen haben und verzog sich unverzüglich. Verdammt, hatte ich doch gerade diese läppische Feuermachhürde um Kilometer übersprungen und war in Gedanken schon beim Zerwirken des mit bloßen Händen erlegten Opfers. Aufgewacht aus meinem Urmenschentagtraum machten wir uns an den Abstieg und weiter ging die Reise.


Nach dem Örtchen Newton sind wir nach rechts auf die B869 abgebogen.
1. Das dieser bessere Trampelpfad überhaupt nen Namen hat, ist wirklich bemerkenswert. Dafür schonmal 👍
2. Der bessere Trampelpfad ist so einmalig, dass es schwer ist, die Eindrücke in Worte zu fassen. Wahnsinn!!!


Wir haben an der Stelle die im Auto angebrachte GoPro Kamera laufen lassen (Danke Schmuddelkind 2.0). Das glaubt uns ja sonst kein 🐷. Etwa 20 den ein oder anderen zum unvermittelten Speien einladende Minuten haben wir so für die Nachwelt festgehalten. Der bessere Trampelpfad führte uns schließlich zum Stoer Lighthouse an der Steilküste und dem davor liegenden Old Man of Stoer, einem steilen Felsen vor besagter Küste.

Wer mich und mein, sagen wir mal vorsichtig, leicht gespaltenes Verhältnis zu Höhen kennt, kann sich eventuell vorstellen, wie es mir an diesem Ort wohl gegangen sein mag. Das liebe Pubertier hat es sich hier selbstverständlich nicht nehmen lassen, mich in diesem Zusammenhang auch noch ausgiebig zu verscheißern. Wer zuletzt lacht usw… blöde 🐮.
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Als sich mein Puls wieder auf ein annehmbares Maß verlangsamt hatte (ich Sinne auf jeden Fall auf Rache, wiege das Pubertier aber noch in Sicherheit) ging es weiter über Lochinver. Da ertönte wieder der Schrei von der Beifahrerseite, „ey ich hab Netz“. Ich bin diesbezüglich ja schon dankbar, dass der Satz nicht mit Alter oder neuäffisch Alldäär begonnen hat. Es sind die kleinen Dinge, nun ja…
30 Minuten später, und ich ließ sogar den Schlafwagen laufen weil das welpig schauende Pubertier „kein Akku mehr“ hatte, düsten wir weiter. Man kann sich in unserem, nennen wir es vorangeschrittenen, Alter ja gar nicht ansatzweise vorstellen, wie wichtig es dem gemeinen Pubertier in freier Wildbahn sein mag, „Netz und Akku“ zu haben.

Über Inverkirkaig wollten wir dann zu einem auf der Karte verzeichneten Campingplatz in Brae of Achnahaird. Gelandet sind wir ein paar Kilometer weiter direkt an einem Strandplatz in Altandhu. Mehrere Dinge sind hier besonders erwähnenswert. Der Platz ist sauber, toll gelegen, die sanitären Einrichtungen sind makellos, das Pubertier und ihr Fahrer haben WLAN und…
…und direkt an der Zufahrt ist ein Pub!!!! Und was für einer. Dort musste man sich zum Campen anmelden – 17 £ (völlig ok) und ich hab dann auch gleich noch nen Tisch zum Essen reserviert. Es gab Lachs, Dorsch, Tomatensuppe (auf Empfehlung) und als Nachtisch für die liebe Kleine noch Apple Pie mit schottischem Vanilleeis… alles vom Feinsten! Wer also mal hier in diese Ecke kommt, das An Fuaran ist ne Wucht. Wenn ich nicht so’n minderjährigen Schisser dabei gehabt hätte, dann hätt ich mir noch ordentlich einen an die Laterne geplämpert und mit den Einheimischen schweinische Volksweisen zum Besten gegeben.


„I love her for her brains…“ (wie ein hier namenlos bleibender Kaptain früher gern zu sagen pflegte)
Good Night…

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