2. Tag – Gipfelstürmer, fast zu viel Sonne und wohl nie ablaufende Liegezeiten…

Schon bevor der Dorf-Haggis den Morgen bepfoff, teilte sich die lustige Reisetruppe für den Tag auf.

Die Motette hatte sich vorgenommen, mit nur einem Shoe den Ben Nevis zu besteigen. Schon die Abfahrt vom Basislager auf Normalnull kündigte einen perfekten Gipfelstürmertag an.

Angekommen am Mount Everest Großbritanniens – (Insider: in der MV-Familie heißen diese Berge alle Nanga Panga, aber die Erklärung würde den Rahmen sprengen) – wurde die Motivation auch mitnichten durch den Bodenfrost getrübt. Gemeinsam mit top ausgestatteten Hochgebirgsenthusiasten und eisernen Chucks/Sneaker-Fans ging die bergwandererfahrene Motette mit nur einem Shoe den Aufstieg an.

Der Tag der Gipfelstürmer war gekrönt von strahlend blauem Himmel…

… der MV kann versichern, dass sowohl die Motette als auch ihr Shoe wieder im Basislager angetroffen sind. (Bei den Temperaturen werden wir ihren Shoe auch nicht zum Lüften vor die Tür stellen.)

Die restliche Truppe hatte sich für den Tag eine Nordrunde der Isle of Skye vorgenommen, und eines sei vorweggenommen, das Wetter war perfekt – Sonne, wolkenlos und fast windstill – göttlich. Wie immer auf der Isle of Skye ist schon der Fahrtweg jeden Ausflug wert. So wie es der MV eigentlich am liebsten hat, ging es gegen den Strom, hier gegen den Fahrzeugstrom verunsicherter Linksfahrer… pfff, gewöhnliche Touris 😉 … direkt auf die Westroute der Insel.

Der erste Stopp war am Broch Dun Beag, einer etwa 2000 Jahre alte „Behausung“ in luftiger Höhe – immer wieder einen Ausflug wert!

Weiter ging’s Richtung Norden und anlässlich einer Pipipause in Dunvegan konnten wir feststellen, selbst hier in der Nähe des Scheibenrands der uns bekannten Welt steht eine Ladestation für E-Autos. Daneben fand sich ein kleiner Holzschrank mit der Aufschrift „Seeds“ (Darin sollten sich Tauschsamen und -setzlinge befinden). Coole Sache so ne Tauschbörse… als ihrö-Heiligkeit-die-Chefin leicht traurig feststellte, das sich gerade keine Samen im Schrank befänden, sprang der selbstlose MV mit der Frage in die Bresche, ob er vielleicht Samen spenden solle… was zu gelangweiltem Augenrollen mit latentem Kopfschütteln der Angetrauten führte und von den Lendenfrüchten im hinteren Fahrzeugbereich mit „iiiiihhh“ und „och man Papa“ honoriert wurde. Leicht irritiert, weil ohne Antwort der Ehefrau zur eigentlichen Frage, führte der MV weiter in Richtung Kilmuir zur „Flora MacDonald“.

Ihrö-Heiligkeit-die-Chefin stellte an diesem wundervollen und mystischen Ort treffend fest, dass hier Grabsteine noch Moos ansetzen könnten, während man zuhause nach einer gewissen Zeit einen formschönen Aufkleber auf den Steinen findet – „Liegezeit abgelaufen“. (Zwei Worte die im besagten Kontext zugleich erschreckend, verstörend wie, zugegebener Maßen, saukomisch wirken).

Nur ein paar Fahrtminuten weiter stoppte der Tross an einem Strand beim Duntulm Castle, beziehungsweise dessen Überresten, um Dinausaurierfußabdrücke im Strandgestein zu bewundern… immerhin war es ein schöner Spaziergang bei bestem Wetter und ein Ansporn für die Fantasie…

Zum Ende der Rundtour ging’s noch zum Burgeressen nach Portree in einer alten Kirche.

Der Heimweg zum Basislager war wieder ein Fest für die Sinne. Da fahren Touris mit Leihwagen vor einem, sehen an der Straße hinter einem Zaun ein zotteliges Hochlandrind und treten mitten auf dieser Single Track Road einfach voll auf die Bremse. Die Scheibe geht runter und das arme Vieh hat quasi ein Smartphone vor der Gusche… Diese Art von Freunden der schottischen Flora und Fauna können gar nicht Nachvollziehen, dass ihnen Menschen entgegenkommen oder gar hinterherfahren… Durchatmen, lächeln und winken… nein, kein Scheibenwischerwinken und neinnein, auf gar keinen Fall nur mit einem Finger winken…

Dann stören einen auch nicht mehr diejenigen Leihwagenfahrer, die bei Dunkelheit aber bester Sicht mit ihrer Nebelschlussleuchte den nachfolgenden Verkehr beglücken.

Was für ein toller Tag…

PS: Da sagt man den interessierten Freunden immer, das Wetter in Schottland sei so wechselhaft und man müsse auf alles gefasst sein und immer genug Klamotten haben. Und dann kommen Freunde zum ersten Mal mit hierher und erleben so ein Kaiserwetter, dass man Mitte Oktober fast schon Sonnencreme bräuchte. Fast könnte man enttäuscht sein, dass es nicht mal ordentlich jaucht…

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