Der heutige Tag begann augenscheinlich ganz im Sinne der Mädchenfraktion unserer Reisegruppe. So konnten alle beim gemeinsamen Gruppenfrühstück aus dem Esszimmer heraus beobachten, wie sich draußen eine Gruppe von Männern (alle sehr wahrscheinlich aus einem Premiumkatalog gecastet) halbnackt in grüne und schwarze Neoprenanzüge quetschte. Das gesamte anwesende Weibsvolk (von 10 bis …29+) wechselte in atemberaubender Geschwindigkeit zwischen pubertärem Kichern, fantasietrunkenem Schweigen und pubertärem Gekicher hin und her. Als sich dann nach einiger Zeit des „Striptease-verkehrt“ auch noch herausstellte, dass die Scottish Dreamboys ihre Kampfhelme, Sturmgewehre und weitere Kampfausrüstung auspackten – es handelte sich nämlich um eine hier übende Spezialeinheit – war das Gackern im Hühnerhaus für sich ein eigenes Schauspiel. Da fand es das 10jährige Frühpubertier genauso wichtig, ein bisschen Farbe aufzutragen und einen akkurat geflochtenen niederländischen (oder französischen – wer weiß das schon) Zopf darzubieten, wie wild kichernde Spätpubertiere besonders ihr Outfit kontrollierten. Beim Losfahren wurden die Spätpubertiere dann auch noch von den SWATs ausgecheckt…
(Das hat der MV mitbekommen, den Spätpubertieren aber erst gesteckt, als unser Wagen schon um die Ecke war… ohrenbetäubendes Kreischen)
So viel zum Vorspiel… :-))
Mit Fuhrwerken voller gut gelaunter und hormonbeflügelter Grazien bewegte sich die Reisegruppe also endlich in Richtung Applecross. Unser speigeplagtes Spätpubertier hat für die Fahrt eine neue Reisepille probiert und mit den Worten „geil… die knallt voll rein“ mutmaßlich für gut befunden.
Der Weg nach Applecross geht entweder über den bei Winterbedingungen gesperrten Bergpass Bealach na Bà oder eine lange Küstenstraße als Ausweich- und Winterstrecke. Mit schwebendem Spätpubertier gab es auch keine Sorge mehr, am Pass einen Speihalt einlegen zu müssen, also ging‘s den Bergpass hinauf. Zur akustischen Unterstützung startete der MV die Fahrzeug-Jukebox und legte ABBA auf.
Eine für alle Zeiten überdauernde Erfahrung für die Beifahrerin ihrö-Heiligkeit-die-Chefin und ihren Fahrer, den MV, wie aus dem Rückraum des Fahrzeugs bei voll aufgedrehter Jukebox vier Pubertiere aus voller Kehle „lay all your love on meeeee“ gröhlen! Göttlich!!!
(Der dazu gehörende Videobeweis wird für jede der jeweiligen Hochzeitsfeiern bewahrt)

Oben angekommen, gab‘s wie bei jeder Applecross-Tour einen Stopp auf der Aussichtsplattform und dort bereits den ersten Earthporn.

Einige Mitglieder der Reisegruppe nutzten auch noch die Gelegenheit und bestiegen an Ort und Stelle mit 5.000 Schritten einen Berggipfel. Der Blick von dort oben war geradezu Earth(edel)porn!

Nach der Kraftanstrengung und der Abfahrt nach Applecross wurde es zeit für eine eine weitere kleine Familientradition, der Einkehr in das berühmte Applecross Inn zum Speisen. Das Applecross Inn ist weit bekannt für die geile Location und des genauso geile Essensangebot. Man, was wurde dort heute geschlemmt! Die Hauptspeisen waren schon ein Träumchen, aber die jeweiligen Nachtische… unvergleichliche Gaumenfreuden!
(Scottish Raspberry Cranachan, Strawberry Eton Mess, Homemade Sticky Toffee Pudding, Hot Chocolate Fudge Cake, Apple Crumble) –
Der zuckergetränkte Teufel…


Auf dem Weg zum Verdaungsspaziergangsstrandparkplatz stand doch da quasi in einem Vorgarten ein Rothirsch und äste unbeeindruckt von allem vor sich hin. Ein herrlicher Anblick… (MV lief das Wasser im Mund zusammen… och man Papa, kräht das jüngste Jungpubertier.)
Angekommen am bereits erwähnten Verdauungsspaziergangsstrandparkplatz verteilte sich die Reisegruppe zum jeweiligen Verdauen nach eigenem Gutdünken, wobei sich der MV zielgerichtet am Ufer entlang in Richtung Küstenabschnitt, der zum Finden und Bergen von Bojenmaterial am geeignetsten erschien, bewegte. Kam, Sah und … befand die erste Boje als zu viel Boje für einen MV. Was der Zoll da wohl an der Grenze zu sagen würde?

Aber getreu dem Motto, der Letzte räumt die Erde auf, sorgte der MV noch für einen ansonsten bojenfreien Küstenabschnitt.

(Da hat vor Glück des Seemann‘s Herzlein gepuckert.)




Nach dem Verstauen der zu entsorgenden ansonsten zukünftigen Mikroplastik und dem ein oder anderen tollen Fotomoment, stellte der MV der Reisegruppe zur Wahl, den bereits gefahrenen Bergpass zurückzupassieren oder der sehr ansehnlichen Ausweichroute zurück zum Basislager zu folgen. Die Empfehlung mit der Ausweichroute hat sich auf ganzer Linie gelohnt…


Was für ein toller Tag, für alles was das Herz begehrt… und nicht nur fantasiebeflügelte Damen hinterlässt.
Wir Jungs hoffen noch, dass morgen vielleicht die schwedische Damenvolleyballnationalmannschaft vor unserem Esszimmer baggern üben will…

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