13. und letzter Tag – … wenn man die Fähre verpasst und schauen die eigentlich auch in die „Knastschublade“?

Die Reisegruppe hat Schottland verlassen…komplett…und widerwillig.

Ist es nicht eine universelle Konstante, kaum ist man auf dem Rückweg von einem schönen Urlaub, hört man sich sagen, also wenn ich im Lotto gewinnen würde…

Die 500 Kilometer Rückreise vom Basislager im Red House Dornie in, nun ja… Dornie, zur Fähre nach Newcastle upon Tyne war vollgepackt mit derlei fantasievollen Träumereien und… Speien. Eine kleine aber feine Rolle der ansonsten fluffigen Rückfahrt spielte die kleine Speieinlage des tapferen jüngsten Frühpubertiers. Dank perfektionierter Kombination aus Speieimer, Speitüte (mitsamt Speiwechseltüten in petto) und Speiablauftraining (nicht zwangsläufig buchstäblich) war es auch nur eine kurze Showeinlage. Selbiges kleines Scheißerchen schloss die kurze Darbietung mit einem für sie nicht unüblichen, ich bin jetzt leer, was haben wir eigentlich an Essen dabei, ab.

Auf englischem Gebiet brauste die Reisegruppe noch an zwei Sehenswürdigkeiten vorbei, die aus Zeitmangel und weil das eigentlich für Schottland erwartete „Rutzwetter“ gerade zu Besuch in England weilte – die Kloster/Burginsel Lindisfarne und Bamburgh Castle. Die geneigten Schauer von „The Last Kingdom“ werden wissen, worum es sich dabei handelt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben…

Die Restreisegruppe bestehend aus ihrö-Heiligkeit-die-Chefin, ihrem zugehörigen MV, den eigenen Lendenfrüchten sowie die Motette und ihr Schuh kamen rechtzeitig am DFDS-Fährhafen in Newcastle an. (Die angezogenen Strandschaabenkoppis hatten es etwas weiter zu ihrer Fähre in Hull.)

Die Tore zur Grenzkontrolle öffneten sich und als die Frühpubertiere sahen, dass der Motettenschuh den Kofferraum öffnen musste, krähten die gleich aus dem Fond, Papa… deine Bojen. Was machen wir denn, wenn du jetzt verhaftet wirst? Ihrö-Heiligkeit-die-Chefin wechselte auch für einen kurzen Moment ihre Farbe von leicht gebräunt rosa in etwas, dass an noble Blässe einer Dame von anno Dingsbums erinnert. Aber ein bojenssammelerfahrener MV wäre nicht ein bojen…blabla MV, wüsste er nicht die Wechselfärberinnen unmittelbar mit dem Argument zu beruhigen – die wurden angeschwemmt und waren Plastikmüll und deswegen hab ich die entsorgt… (und sie ganz unten unter den dreckigen Schlüppern verstaut).

Um es kurz zu machen, der bis unters Dach vollgepackte Reisewagen (ja… vielleicht mit einer oder zwei ((12)) klitzekleinen angeschwemmten und umweltbewusst vom Strand entfernten Bojen) wurde nicht durchsucht. Der Kontrolleur belies es bei einer (recht ordentlich vorgetragenen) a capella Darbietung eines Beatles-Songs, während er die Reisepässe kontrollierte und genoss sichtlich das Imtaktmitklatschen und den anschließenden Applaus der wieder ordentlich gefärbten Reisegruppenmitglieder um den bojen…blablabla MV.

Zur Fährüberfahrt… Während des MV‘s kleines Seemannsherzchen die ganze Zeit freudig puckerte, betäubte ihrö-Heilgkeit-die-Chefin das Ihre mit vier Tabletten gegen Seekrankheit. Ihrer Schilderung zufolge waren es knapp zehn Meter hohen Wellen, die dies überhaupt nötig gemacht hätten. Das ältere Frühpubertier kam bei den von ihr auf mindestens vier Meter hoch geschätzte Wellen auf satte zwei Pillen. Das jüngste Frühpubertier kam sogar gänzlich ohne Drogen aus – vermutlich, weil sie sich bereits auf der Anreise entleert hat. (In Wirklichkeit waren es zwei bis drei Meter See, die eher zum Schunkeln und Summen eines kleinen und ein bisschen versauten Seemansliedleins einluden.)

Die restlos ausgebuchte Überfahrt hatte aber noch mehr zu bieten, als Seefahrerromantik und eine reisetablettenbetäubte Ehefrau. Dem geneigten Beobachter bot sich bei einiger Beobachtung eine illustere Mischung aus zumeist englischsprachigen Betrunkenen, Speienden, Torkelnden, betrunken Speienden, betrunken torkelnd Speienden … u.s.w.u.s.f.

Der Morgen vorm Einlaufen begann mit einem sehr ansehnlichen Hubschraubereinsatz auf See. Die fachmännische Erläuterung des MV an seine Frühpubertiere, wonach es sich dabei um die Lieferung eines verspäteten Fährgastes handelte, wurde nur im ersten Moment mit einem vertrauenden – echt, ist ja krass – hingenommen. Kurz darauf, vermutlich ob des dämlichen Grinsens des MV‘s, kam natürlich, och man Papa… sag mal wirklich.

Es war der Lotse, den man bei dem Wetter wohl nicht unbeschadet oder vollgekotzt, oder und, mit dem Lotsenboot hätte bringen können.

Das Einlaufen in Amsterdam war dann wieder ganz unspektakulär, bis auf… naja der MV hat vielleicht ein ganz kleines bisschen nicht mehr erinnerlich gehabt, wo die verdammte Karre geparkt war, jedoch ihrö-Heiligkeit-die-Chefin hat die Lage ganz routiniert und nicht minder souverän gemeistert… sie sucht ja ständig was… ständig sucht sie irgendetwas… und dann findet sie es nicht. Aber über ihr Raten erinnert sich dann immer die Restfamilie den wahrscheinlichsten Ablageort bzw. Abparkeort.

Das Auto gefunden, ging‘s zur EU-Einreisekontrolle. Der Amsterdamteil der Reisegruppe rutschte problemlos in die EU, die angezogenen Strandschabenkoppis hatten in Rotterdam etwas weniger „Glück“. Da wurde das Auto überprüft und der Fahrer des augenscheinlich dubiösen Fahrzeugs musste sich auch noch einer Leibesvisitation unterziehen. (Als Deadpool-Fan hat sich der MV unmittelbar gefragt, haben die diese Durchsuchungsmaßnahme nur oberflächlich durchgeführt oder aber wirklich ernstgenommen und in der „Knastschublade“ nachgesehen???)

Zuhause angekommen, wurden zwei Dinge unmittelbar von allen registriert, das typisch schottische Wetter, welches während dieses Schottlandurlaubs, fast die ganze Zeit in England verweilte, hat noch einen Abstecher nach Deutschland gemacht, und der geliebte Border Collie der MV-Familie wurde augenscheinlich durch die zweiwöchige Pflege der Großeltern in Richtigung Mops weiterevolutioniert…

und die Bude war blitzeblank – Wäsche zusammengelegt (naja… nicht gebügelt) und alles aufgeräumt. Da fährt man doch gern wieder in den Urlaub… vielleicht mal vier Wochen… vielleicht mit demonstrativ platziertem Bügeleisen :-))

(Nessie vorher)
(Nessie nachher – Beispielfoto)

Jetzt sind alle wieder zuhause.

Dieses Reisetagebuch endet hier.

Danke an alle Reiseteilnehmer!

Die Reiseleitung war eine Ehre und Freude!

(Schrob es und geht ab)

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