4. Tag – Umweltschutz führt in den Bojenhimmel, kollektive Buckelei und Glück ist kein Zufall

Heute morgen haben wir es mal ein wenig ruhiger angehen lassen. Die Reiseteilnehmer verlangten nach etwas, dass sich wenigstens ein bisschen wie Ausschlafen anfühlt. Schließlich haben wir Urlaub.

So zog die Reisegesellschaft erst gegen 10 Uhr über die Skye-Bridge Richtung Talisker Bay. Eigentlich noch ein kleiner nebensaisonaler Geheimtipp, doch mussten wir heute feststellen, dass unter den paar Leuten, die den Ort kennen beziehungsweise kennenlernen wollen, so richtige Parkplatzprofis zu sein scheinen. Da standen an der einspurigen Strasse etwa 7 Autos, wie wir später erkennen konnten – allesamt Briten – die unter sich den Scheißigkeits-Egoisten-mir doch egal wo die anderen stehen sollen-Pokal ausfochten. Es war für uns, als neutrale Beobachter, ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Der Sieg ging dann an einen silbernen Mercedes (und seine Insassen). Dieses besondere Exponat, inklusive Innenleben, trafen wir zum Abend noch auf einem fast vollen Parkplatz mittig auf den nahezu letzten beiden freien Plätzen stehend an. And the Award goes to this Kacknase!!! (hold for applause)

Nun, nachdem wir also eine ordentliche, andere Menschen respektierende oder besser, anerkennend, dass es überhaupt andere Menschen auf der Isle of Skye gibt, Parkposition eingenommen hatten, konnten wir uns auf den Fußmarsch Richtung Talisker Bay machen.

Das ist so ein wunderschöner Ort, der zum Verweilen einlädt. Ein Problem hat die Bucht jedoch auch. Bei stürmischer See, wird allerlei Unrat angeschwemmt. Darunter nicht wenige Zeugnisse einer seit langer Zeit emsig betriebenen Fischfangtradition. Der FF, als (schon ziemlich alter) alter Seemann, sieht es seit jeher als eine Pflicht an, einen Beitrag zur Entfernung von maritimen Hinterlassenschaften von schottischen Stränden zu leisten. Er sammelt also angeschwemmte Bojen für das Zuhause. Das hat in den letzten Jahren schon zu einer ordentlichen Anzahl von vom Strand entferntem Altplaste geführt.

Dieses Jahr stellt jedoch schon jetzt alles in den Schatten. (Womöglich müssen die Lendenfrüchte in einen Flieger nach Hause gesetzt werden…)

Und nicht nur der FF hat gesammelt, die gesamte Reisegruppe hat mitgewirkt, gesammelt und geschleppt. Danke liebe Rasselbande – Ihr habt einen alternden und unter der Last ächzenden schweißnassen Mann sehr sehr glücklich gemacht.

Der Rückweg zum Reisemobil war eine Bojenparade.

Dann folgten wir dem Reisetipp unserer reiseadoptierten Fremdlendenfrucht, Princess Charlotte, kurz Charlie, die uns von dem nahegelegenen The Oyster Shed berichtete. Dort sollte es hervorragende Meeresfrüchte geben. Klar, dass die Gruppe so eine Chance auf frische Austern nutzen wollte.

Austern sind Tiere ohne Lobby, sie werden lebend aus ihren Behausungen geschnitten, mit Zitrone beträufelt, so dass ihnen die Tränen aus den Augen laufen, was für den leicht salzigen Geschmack im Abgang sorgt, dann werden sie im Ganzen verschluckt und ihr Schreien dröhnt durch die Bauchwand.“
(Ihrö Heiligkeit , die Chefin, erzwang sich diesen Absatz)

Ein schlichter und richtig toller Ort, mal Hummer, Krabben oder Jakobsmuscheln zu essen oder – ja – frische Austern zu schlürfen.

Für den Rückweg zum Basislager hatte der FF noch einen Stop an der berühmten alten Brücke von Sligachan geplant. Einer alten schottischen Sage zufolge, muss man an der Brücke das Gesicht für drei Sekunden ganz in den aus den Black Cuillins herausplätschernden Bach tauchen, um so ewige Schönheit zu erhalten und für ein Jahr Glück zu haben.

Natürlich sind alle diesem Ruf gefolgt, selbstverständlich insbesondere für die Aussicht auf sicheres Glück – wunderschöne Schmetterlinge sind sie ja schon.

(Der FF bot Ihrö Heiligkeit, der Chefin, wie es sich für einen Gentleman und liebenden Ehemann gehört, an, ihr beim Gesichtstauchen behilflich zu sein. Und um beim zugesicherten Glück für Ihrö Heiligkeit, die Chefin, auch wirklich keinerlei Risiko einzugehen die Mindesteintauchphase von 3 Sekunden (wahrscheinlich nur für banales Allerweltsglück) unterstützend auf 5 Minuten zu verlängern. Diese vollkommen liebenswerte und uneigennützige Geste wurde jedoch ziemlich resolut zurückgewiesen – wie Mann‘s macht…)

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