Der Wetterbericht beim Frühstück war so optimistisch, dass der Plan gefasst wurde, den Coastal Trail East zu erkunden. Ziel war es also, jede noch so kleine Strasse, Hauptsache es ist die nächste befahrbare Strasse zur Küste.

Im Schnelldurchlauf lagen auf der Tagesroute die Orte Portsoy, Whitehills, Banff, Macduff, Gardenstown, Crovie, Rosehearty, Sandhaven und Fraserburgh.
Jeder dieser Orte hat eine interessante Geschichte zu erzählen. Der Plan war aber nicht, wirklich überall anzuhalten, sondern alle dieser Orte anzufahren und dort, wo es der Gruppe gefällt, etwas zu verweilen, vielleicht eine kleine Wanderung zu unternehmen.
Die erste Haltestelle war aber gleich ne 10 von 10, wie die Lendenfrüchte es wohl bezeichnen würden, der alte Hafen von Portsoy. Dieser Hafen entstammt dem
17. Jahrhundert, und viele der Gebäude ringsherum sind sogar noch erhalten.




Wenngleich dieser Ort schon mehrere Hundert Jahre alt ist und viel gesehen hat, so ist doch der traurigste Teil erst vor wenigen Jahren, naja in der Geschichte schon vor fast einhundert Jahren… anders, ein gewisser Michael Gray fand hier im Hafen sein Ende, was dort auch vielen Beileidsbekundungen zu entnehmen ist. Nun, eben dieser Michael Gray war ein Mitglied der Peaky Blinders und sein Ende wurde hier verfilmt, wie wir erst bei der Rückkehr vom Hafenrundgang erfahren haben.

Weiter gen Osten war der nächste Halt der Strand von Whitehills. Hier konnten bei bestem sommerlichem Sonnenschein gut gelaunte Beach Cockroaches eine Strandwanderung (in unterschiedlicher Intensität) unternehmen. Einer ist ja dabei, dem eine saubere Natur gerade im Küstenbereich immer sehr am Herzen liegt, und der dann emsig alte Bojen entsorgt. Um es kurz zu machen, nüscht! Und als wäre das nicht schon genug, waren zwei potentielle Kandidaten für einen Gartenbereich in Deutschland etwa 5 Meter von einer gewissen Person entfernt an einem aus dem Meer ragenden Felsen verklemmt. Zu diesem Halt gibt es somit nichts weiter zu berichten PUNKT.

Die Lendenfrüchte konnten kurz darauf aber noch beglückt werden, da es am anderen Ende dieses schmerzhaften Ortes eine Spielplatzzehnvonzehn gibt.
Durch Banff und Macduff war der nächste Halt der Hafen bzw. die Hafengasse von Gardenstown. Um zu dieser Gasse zu gelangen muss man eine äußerst schmale Gasse serpentinenartig bei einem Gefälle von langweiligen 17% hinabgleiten, um dann festzustellen, dass die Beschilderung oben mit einem weißen P auf blauem Untergrund vermutlich eher eine Absichtserklärung für einen in einer nicht näher definierbaren Zukunft zu bewerkstelligenden Bauabschnitt zu sein scheint, denn die Realität. Als dann also das Gefährt in mehreren Zügen auf der Gasse gewendet wurde, kam auch schnell die Erkenntnis, dass 17% runter, zwangsläufig auch 17% serpentinenartig wieder rauf bedeuten.
Das war ein ziemlicher Spass und entgegen der geheimen Erwartung das Fahrers, blieben alle Mitfahrerinnen augenscheinlich dicht – von vorne unter der Motorhaube roch es jedoch ein wenig.
Nach diesem Strassentango ging es weiter nach Crovie, oder besser zu dem Aussichtspunkt , von dem man aus auf das kleine „Dörfchen“ schauen kann.

Nach diesem Ausblick ist es wohl unnötig, zu erklären, dass ein Fußmarsch zu diesem Zeitpunkt kein populärer Vorschlag war.
Aber der nächste Ort, der wurde auch nach dem Schild 20% Gefälle zielstrebig angefahren. (An einer Passage mit Gefälle und zwischen zwei Häusern durch waren es nur wenige Zentimeter auf jeder Seite). Denn der nächste Ort ist Pennan.

Als bekennender Fan von Mark Knopfler und Schottland ist der Film Local Hero von 1983 geradezu ein Muss. Wem Knopfler und/oder der Film kein Begriff sind, dem seien beide wärmstens empfohlen. Im Film jedenfalls spielt eine Telefonzelle eine signifikante Rolle – was sie wahrscheinlich zu einer der berühmtesten welchen im gesamten Vereinigten Königreich (hier unter Denkmalschutz) wenn nicht sogar weltweit.



Nach der K(r)ampffahrt die 20% wieder hinauf, ging es noch weiter nach Fraserburgh zum Einkaufen und dann auf dem beinahe selben Küstenweg (ohne die extremen Aufs und Abs) wieder Richtung Basislager. Es wurde schon dunkel, daher war nur noch ein weiterer Stop sinnvoll. Diesen machte die Gruppe an einem Hochplateau auf dem schon seit vielen Jahrhunderten immer wieder Menschen gesiedelt haben. Von dort aus hatte man auch nochmal einen tollen Blick auf Pennan.


Ein grandioser Tag am Meer bei fast durchgängig herrlichem Sonnenschein kommt zum Ende… ohne Bojen.

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