7. Tag – Brandschutzübung beim Frühstück und ein Sturm der sich (und uns) gewaschen hat

Zuerst dachten wir schon, dass wir hier oben grundsätzlich eher glimpflich Austen und Boelo überstehen würden. Doch seit heute morgen geht hier richtig die Post ab.

Bei vielen Böen deutlich über 100 km/h und ordentlich Wasser, naja eher von der Seite als von oben, fiel es schwer, die Lendenfrüchte zum Gassigehen zu motivieren. Also bestand die Wandertruppe nur aus den beiden Reisegruppenmännern. Nach dem Frühstück sollte es losgehen, d.h. nach dem Frühstück und der eingebauten Brandschutzübung. Diese wurde (möglicherweise mit Vorsatz) durch die Benutzung eines Toasters ausgelöst, der wohl seit geraumer Zeit nicht gereinigt wurde.
Nun, die Melder im gesamten Haus funktionierten, indem sie lautstark auf sich aufmerksam machten. Also gilt der Sicherheitscheck als bestanden und der in diesem Zuge durchgeführte allgemeine Hörtest ist zu aller Zufriedenheit ohne Befund. Der verdammte Dreckstoaster ist jetzt auch gereinigt und funktioniert nun rauchfrei.

Alsbald machten sich zwei wagemutig-tapfere Recken zu einer ersten (hoffentlich nicht letzten) Küstenwanderung auf. Trotz Sturm und Seitenregen im Rücken war die Sicht beeindruckend und an dem ersten Klippenabgang zum Ufer dann auch einigermaßen windstill.

Dieser Ort musste zwangsläufig näher erkundet werden…

Dieses ganze Männermittlerenalterskrauchenineinehöhleschauspiel fand unter den strengen Augen der Eingeborenen statt.

Der Weg führte weiter am Ufer entlang.

Die Bilder sprechen wohl für sich…

Angekommen im Ort Cullen war es dann doch dringend geboten, erstmal Schutz hinter einem alten Schuppen zu suchen. Dort am Strand befindet sich ein Golfplatz, und da diese in der Regel über weitläufiges Grün verfügen, zog es dort wie Hechtsuppe!
Aber jede Pause weicht früher oder später dem Drang, zurück nach Hause zu kommen. Dies bedeutete aber auch, dass man sich nunmehr gegen den Wind mit vielen Böen über 100km/h und fiese kleine, fast waagerecht auf einen zuschießende Regentröpfchen zur Wehr setzen musste. So ein Regentröpfchengeschoss direkt auf die Pupille ist sogar fast schlimmer als ein Männerschnupfen (irgendwo gelesen…)! Und zu allem Übel führte der erste Teil dieses Martyriums auch noch über den bereits erwähnten Golfplatz. Und Golfer scheinen ein ziemlich gewalttätiges Völkchen zu sein – die haben sogar ihre eigenen Warnschilder.

(Die übernehmen noch nicht mal die Haftung bei Verletzungen – krass)

Also bewegten wir uns wieselflink und in höchster Alarmbereitschaft (soweit das bei dem Gegenwind und fast geschlossenen Augen überhaupt möglich war) durch das vermeintliche Kriegsgebiet.
Wir blieben unentdeckt. Außerdem wechselten zwei in der Wildnis versprengte Golfbälle die Besitzer. Diese Zeitzeugen der gemeinsamen Fronterfahrung werden wie Orden gehegt werden. (Außerdem werden sie sehr wahrscheinlich den mutmaßlich gewalttätigen Feind schwächen – das haben die nun davon.)

Wieder am oberen Küstenwanderweg angelangt, sollte es trotz des stetig schlechter werdenden Wetters, doch noch ein kurzer Abstecher zur Hauptattraktion des Ortes sein – Bow Fiddle Rock. Da war es sehr sehr schön. Nicht nur wegen des Ausblicks, nein nein, da war dann der Sturm beinahe so stark, dass der AU im Inbegriff war, dem wunderschönen Schmetterlinge gleich, davon zu flattern.

Die letzte Etappe führte nochmal kurz am Basislager vorbei, um einen Blick auf den Hafen von Portknockie zu erhaschen und eine kleine nahe gelegene Buch zu inspizieren.

(Und noch ein kleiner Fund – den können die suchen, bis zum Sanktnimmerleinsdingsbums!)

Verständlicherweise war die Heimkehr begleitet von frenetischem Applaus, Oh‘s und Ah‘s, Blumen wurden geworfen, einige weinten Tränen der Freude und Erleichterung… und die beiden alten klatschnassen Männer wurden erstmal unter die Dusche gejagt.

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