6. Tag – Geburtstagsdelfine, Sankt Hühnergottspanner und Basislagerwechsel

Das mittlere Lendenfrüchtchen feiert heute Ihren 15. Geburtstag. Zu diesem Anlass hat werter Herr Vater, der AU, ihr Delfine versprochen. Nicht zum Essen, nur anschauen. Bei der vorletzten Geburtstagsbootstour, damals bei der Isle of Skye, konnte er noch nen Grindwal aus dem Hut zaubern. Schon damals ist er ganz schön ins Schwitzen gekommen, ob der Dummheit, den Anblick auch noch zu versprechen. Um so bescheuerter, es nochmal zu tun. Doch dazu später mehr…

Nach dem Geburtstagsfrühstück wurde das Basislager in Linsidemore nach 6 Tagen wieder geräumt. Diese erste Urlaubswoche war schon mal der Hammer. (Strategisch von einer hier nicht näher benannten Person geradezu perfekt ausgewählt!!!)

Aber für den Weg ins neue Basislager in Portknockie waren noch ein paar Zwischenstopps auf dem Zettel.

Der erste Halt war bei den Falls of Shin ganz in der Nähe. Irgendjemand hatte gelesen, dass man da jetzt eventuell noch Lachse sehen könnte. Also nichts wie hin da. Nun, das im AU-Kopf entstandene Bild des zu erwartenden Szenarios sah aus unerfindlichen wie folgt aus:

(Das ist ein Traumbild – da muss man sich schon etwas anstrengen…)

Die reale Welt hingegen bot den Ausblick auf einen sehr schönen Wasserfall, auch ganz ohne erträumte Lebewesen ein schönes Naturschauspiel.

The Caravan of Beach Cockroaches setzte sich zügig in Bewegung, denn die ersten Vorboten des nahenden Sturmes waren schon deutlich zu spüren. Es wird kälter, stürmischer und nasser.

Der nächste Stopp waren dann also die bereits angesprochenen und auch versprochenen Delfine am Chanonry Point in der Nähe in Fortrose. Hier soll für diese Delfinart überhaupt einer der besten Aussichtspunkte vom Festland aus sein.

Ein weiterer schöner schottischer Ort mit vielem, was man bewundern kann. Nur was man hier nicht bewundern konnte, waren… richtig!

(Kein Delfin!)
(…)

Gerade als wir, mitsamt traurigem Geburtstagskind, diesen Ort wieder verlassen wollten, kamen doch tatsächlich noch drei von den versprochenen Delfinen in Sicht – puh, ziemlich knapp, zählt aber trotzdem.
Der Mythos des Vaterversprechens bleibt ungebrochen.

An dem Aussichtspunkt, den man übrigens über einen Golfplatz mit dem Auto erreicht, richtig gelesen, die Strasse führt mitten durch einen Golfplatz (was wohl auch die Warnschilder vor fliegenden Bällen erklärt), sind verschiedene sehr interessante Infotafeln angebracht. Eine erklärt kurz gesagt, das ein Wahrsager, der zum Wahrsagen durch Hühnergötter spannen musste, später als Hexer in einem Teerfass verbrannt wurde – die alten Gutenachtgeschichten halt.

Mit diesen Eindrücken ging es weiter nach Inverness zu einem kleinen Stadtbummel, der wegen des immer schlechter werdenden Wetters deutlich kürzer ausgefallen ist, als geplant.
Dann eben nur noch kurz Vorräte auffüllen und von einem schottischen Supermarktkassierer zunächst für einen Schotten, dann einen Österreicher, dann einen Deutschen, aber auf jeden Fall für einen männlichen Typen gehalten zu werden, der mit Sicherheit gut mit einer Axt umgehen könne. Ob es ein Annäherungsversuch war, oder der Herr nur nen verdammt langen Tag hatte, werden wir wohl nie mit Sicherheit wissen. Da er aber, vermutlich um von seiner Liebe auf den ersten Blick für diesen AU abzulenken, dessen Göttergattin noch ein (bestimmt Alibi-) Kompliment wegen Ohrringen, die zum Schal passen würden, gemacht hat, war es eher nicht der besagte verdammt lange Tag.
Und Annäherungsversuch ist Annäherungsversuch, völlig egal aus welchem Lager.

Beschwingt vom Leben und geschüttelt vom Sturm waren es noch 60 Kilometer bis zum neuen Basislager in Portknockie. Für die nächste Woche wird es ein modernisiertes Häuschen mit bester Aussicht.

Vor dem alsbald folgenden großen Regenguss war das Haus erreicht und alle Sachen darin verstaut. Nur der AU war noch nicht von seinem Alleinspaziergang zurück, nein, der wann da dann nass bis zum Schlüppi – danke Brian.

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