11. Tag – drei Männer aufm Damenklo und die Seeglaslüge

Für den, nach Wettervorhersage, schönsten Tag der Woche stand eine längere Fahrt ohne Zwischenstopp auf dem Plan. Dafür mussten die Lendenfrüchte, die Ausgewachsenen machen das eh schon die ganze Zeit, früh aufstehen – gegen 07.00 Uhr (welche Hölle) – um das Basislager zeitiger als sonst zu verlassen.

Ziel war die berühmte Ruine Dunnottar Castle, knapp 30 Kilometer südlich von Aberdeen.

Es waren dann doch knapp zwei Fahrtstunden, immerhin bei wunderschönem morgendlichen Sonnenschein, und davon locker 30 Minuten hinter einem geschwindigkeitsbeschränkten LKW, dem es aus Gründen (möglicherweise spirituellen) nicht möglich war, in eine der zahlreichen Parkbuchten einzufahren, um die schon zu imposanter Größe angewachsene Fahrzeugkolonne vorbeizulassen.
Immerhin waren wir die ersten Nutznießer dieser uns von dem ehrenwerten Schlaftablettentransporteur geschenkten Entschleunigung des so toxischen Alltags. Da hätt ja einer mal gern die Fahrzeugunterhaltungen aus den vielen vielen, nunmehr sicherlich mit tiefenentspannten Individuen gefüllten, Fahrzeuge mitbekommen. Love is in the air…

Angekommen konnte die Besichtigung losgehen, nun ja, zuerst viele Stufen hinab und dann wieder hinauf.

Standen am Chips Stand und die Göttergattin kam und kam einfach nicht vom damenklo zurück.

(In dieser Kapelle aus dem 13. Jahrhundert soll Mel… Willian Wallace viele Gegner verbrannt haben)
(Ohne wär es kein echter Bericht)

Es sind schon viele Bilder dieses Mal, aber es ist auch ein sehr imposanter Ort. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Hier kann man sich Zeit lassen, sollte man auch unbedingt tun. Einer, und wir alle wissen bestimmt wer das sein könnte, ist zu schnell und unbedacht um eine Ecke laufend, ordentlich mit dem steinernen Sturz eines Verliesraumes kollidert. Natürlich hat man bei so einem sonnigen Wetter auch schon mal eine Sonnenbrille dabeihaben. Die besagte Person hatte, wie in einem Raum üblich, ihre nach oben auf dem Kopf geschoben… Brille zerkratzt, teuer – Kopfschmerzen – sehr teuer, eigene Blödheit – unbezahlbar.

So wurde es nach ein paar Stunden auch wieder Zeit, Dunnotar Castle zu verlassen. Am Parkplatz sollte den Lendenfrüchten noch ein paar Chips gesponsert werden und die Göttergattin wollte noch kurz die lokalen sanitären Einrichtungen inspizieren. Die Pommes wurden also bestellt und irgendwann waren die auch fertig und die Lendenfrüchte wollten darüber herfallen, nur von der Göttergattin fehlte jede Spur. Als bei der mittleren Lendenfrucht das Handy klingelte, wurde schnell klar, die Göttergattin war in der Toilette eingesperrt. Ein sehr in die Jahre gekommenes Türschloss ließ sich zwar von innen schließen, aber beim besten Willen nicht wieder öffnen.

Diese verständlicherweise traumatisierende Situation weitete sich zu einer Gruppenansammlung vor dem Damenklo aus. Es wurden verschiedenste Werkzeuge zum Einsatzgebracht und diverse Befreiungsversuche gestartet. Es war quasi ein internationales Happening am Abort. Letztlich hat sich die Hauptdarstellerin unter ständigem emotionalen Beistand der mittleren Lendenfrucht selbst befreit (für ne echte Handwerksmeisterin letztlich kein Problem), indem sie mit angereichtem Werkzeug das gesamte Innenschloss einfach abgeschraubt hat.

Nach einer dringend benötigten Beruhigungspause, konnte die Reisegruppe sich wieder in Bewegung setzen. Der Plan war, dass insbesondere die lieben Lendenfrüchte am Strand von Aberdeen in Footdee Seeglas sammeln konnten. So hatte es der AU im Internet recherchiert.

Nur war da gerade Flut und nicht Ebbe, das hatte der AU wohl nicht bedacht…

(…)

Ging es also ohne das versprochene Seeglas wieder auf den Heimweg, durch die Dunkelheit Richtung Portknockie. Im Basislager angekommen und verköstigt beschloss die Gruppe bei sternenklarem Himmel und leuchtendem Mond noch eine kleine Nachtwanderung zu unternehmen.

Eine Taschenlampenwanderung an der Steilküste mit Wanderung zum Strand vorm Bow Fiddle Rock ist schon sehr cool… nur Seeglas war da auch nicht.

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