Nach einem Tag wie dem gestrigen ist man beinahe geneigt, den allwissenden Wagenlenker mit großen Augen anzuschauen und zu fragen, oh Brian, wie möchtest Du das für diese kleine Herde überhaupt noch toppen? Was kann da der nächste Tag noch Neues bereithalten? Bei dem, was Du uns schon hast miterleben lassen, muss jetzt schon fast eine fliegende Untertasse landen, oder gar eine(n) von uns entführen?
Oder aber, man fährt fast bis an den Rand der Welt und genießt eine fröhlich scheinende Sonne und gesteht dem Seelchen zu, die Beene bomeln zu lassen.

Die nun leider um drei Beach Cockroaches dezimierte Caravan of Love tuckelte heute quasi der Sonne, in den Westen der nördlichen Highlands, entgegen.


Über Scourie ging es nach Lochinver – natürlich dort wieder in das bereits beschriebene Lochinver Larder, um die Pastetenvorräte im Basislager aufzufüllen – und von dort aus zum Strand in Achmelvich.
Was für ein schöner Ort, Wasser und Strand – muss ja zwangsläufig – aber auch Sonne von oben, Robben im Wasser, Schafe zum Streicheln, Quallen zum Davoreckeln und Schafkacke in beachtlichem und gleichzeitig Sorgen erregendem Ausmaß zum Reintreten für den AU – wenn einer vom Glück geküsst ist…





Nach diesem ausgiebigen Strandaufenthalt ging’s weiter zum Stoer Lighthouse. Wen es mal dahin verschlägt, der Leuchtturm ist sehr schön, aber auch mal ruhig in die entgegengesetzte Richtung an der Steilküste entlang – einfach grandios!
Das der AU diesen Weg verfolgend erstmal ordentlich mit dem jüngst von Schafpupu befreiten Schuh in ein Wasserloch gelatscht ist, weil er nach angeschwemmten Bojen Ausschau gehalten hat, ist für den Fortgang dieses Tagesbericht völlig nebensächlich.





Und obwohl dort herrlich die liebe Frau Sonne lachte zog‘s, wie sagt man so schön, wie Hechtsuppe. Doch dieser Ort hielt zum Abschied noch eine universelle Weisheit für uns parat – Liebe kann man überall finden…

Dann ging es so langsam wieder in Richtung Basislager. Nicht weit vom Leuchtturm entfernt, durften wir dann auch den ersten Stau in diesem Schottlandurlaub erleben. Nicht etwa in Edinburgh oder Inverness, naahein, 4 Kilometer von einem Leuchturm in Nordwestschottland wurde die Frage aller Fragen gestellt – Warum soll eigentlich ich Platz machen?

So blieb dann Zeit zum Kuscheln mit Plüschkühen, oder zumindest dem Versuch.

Der darauf folgende Streckenabschnitt ungefähr zwischen Drumbeg und Skiag Bridge sei hier und heute besonders gewürdigt, weil er zugleich einer der schönsten und wohl auch schwierigsten Abschnitte in Nordschottland ist – ein paar Kilometer Erfahrung hat man ja doch mittlerweile.
Besonders interessant wird es dort, wenn die wahren Helden der einspurigen Highlandstraßen auf die sicher sowohl nett als auch durchaus ernst gemeinten Schilderhinweise „not suitable for caravans and motorhomes” einen Herzchenhaufen (siehe oben) setzen.



Nach diesem eindrucksvollen Streckenabschnitt führte der Weg durch die einbrechende Dunkelheit zurück zum Basislager. Und 50 Kilometer durch die Dunkelheit auf einer einspurigen Straße durch die nordschottischen Highlands können sehr lang werden.
Aber doch auch irgendwie immer schön…


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