3. Tag – Zaungäste bei internationalem Sozialverhalten, Schwimmen im Bombenhagel und die lebenden Toten von Barnakeil

Bei milden 13 Grad Celsius und vorerst das letzte Mal für alle neun schottlanderfahrenen Beach Cockroaches (das leichte Gefühl der Anstößigkeit will einfach nicht verschwinden) sehr untypischem Wetter – Dauerregen – ging es heute wieder ganz gen Norden. Strände erkunden, Landschaft genießen und Höhlen erforschen stand auf dem Plan.

Erster Halt war ein wunderschöner Strand kurz vor Durness. Da hält the Caravan of Beach Cockroaches 😉 doch gern an.

Eigentlich, und so beginnen eigentlich zumeist eher enttäuschende Informationen, also EIGENTLICH hatte ein ambitionierter und wagemutiger AU diesen Moment und diesen Strand für seinen ersten diesjährigen, schottischen Badegang vorgesehen. Also warme Klamotten dabei – check – Handtuch, Socken und Schlüppi – check – auf, in Richtung Wasserkante und am besten da rechts, da sind Felsen, da kann der Rucksack schön trocken lag…och kacke, Strandsand ohne Spannung – fast bis zum Knie eingesunken – nasse Schuhe, nasse Socken, nasse Hosen, klebriger Sand überall – dann halt nicht. Gehe ich halt wieder zum Auto. Eigentlich ist es eh viel zu kalt…

Dann ging es alsbald weiter zur Smoo Cave in Durness. Eine vom Meer in den Fels gewaschene Höhlenformation mit eigenem Wasserfall. Wir waren hier vor Jahren schon mal, nur dieses Mal hatten wir das Teil fast allein für uns…nun, zunächst.

(Der verlängerte Ausgang der Höhle Richtung Meer)

Als wir dann wieder das Tageslicht erblickten, tummelten sich zunehmend mehr Mitglieder der „betagteren“ Fraktion beim Abstieg zur Höhle, und es entwickelte für einige Mitglieder unserer Gemeinschaft eine geradezu hypnotische Magie, die Spätherbstler (ohne, dass die das freilich mitbekommen hätten) in so etwas wie Erfolgsgruppen einzuteilen. Die da schaffen‘s bis runter und die da vielleicht sogar wieder die 100 Stufen hoch zu ihrem Reisebus.

Das Highlight dieser Episode menschlichen Verhaltens waren dann aber zwei Insassen eines weiteren Reisebusses. Diese beiden Personen, mutmaßlich Teilnehmer einer chinesischen Reisegruppe und darüber hinaus mutmaßlich miteinander in einer irgendeiner Verbindung stehend, krähten sich von der einen Klippe des erweiterten Höhlenausgangs Richtung Meer zur anderen Klippe in ihrer Sprache Worte entgegen, die ausgekräht vom männlichen Teil dieser Verbindung unmittelbar zu einem Erwiderungskrähen, nebst Achselzucken, Kopfschütteln und hektischem Hin- und Herlaufen des weiblichen Teils dieser (nunmehr mit Sicherheit) Zugewinngemeinschaft führte. Diese Szene wurde umso komischer (für uns Spanner), als innerhalb unserer Gruppe deutsche Beispiele für das jeweilige Krähen erdacht wurden.

Als sich dann die Gruppe nach einer Stärkung am sehr zu empfehlenden Imbisswagen „Cheese n Toasted” von ihren sozialwissenschaftlichen Feldstudien erholt hatte, ging es zum Strand Balnakeil Beach.
Während sich ein Teil der Reisegruppe, ein sehr maskuliner Teil, zum Badegang anschickte und andere einen sehr alten, aber sehr schönen Friedhof bewunderten, donnerte im Tiefflug ein Kampfjet über die Bucht. Das Donnern des oder der Jets war immer wieder zu hören und als das maskuline Badetrio – ja es war soo kalt (bekannte Geste mit Daumen und Zeigefinger, wobei heute der Abstand zwischen den beiden, verschwindend gering war) die Fluten verließ, gab es einen enormen Donnerschlag. Das leicht verkalkte AU-Gehirn meinte, irgendwo etwas von einer Bombing Range gesehen zu haben… natürlich, am Friedhof neben dem Strand steht ein Schild, dass in der Nähe eine Bombenabwurfgelände der Royal Airforce ist. Und die teilweise äußerst nasskalten Beach Cockroaches hautnah dabei!

(Entfernung circa 6 Kilometer – zuerst der Blitz und deutlich später dann der Knall)

Die Friedhofbewunderer hatten es jedoch nicht minder aufregend. Neben all den so schön bearbeiteten Grabsteinen war bei einem, warum auch immer, das Gras am Rand entfernt worden. Und da schaute dann ein Knochen raus… oder ein Stock, bestimmt nur ein harmloser Stock. Das ganze Geballer weckt doch hoffentlich keine Toten auf?

(Sicher nur ein Stöckchen…)

Mit diesen Eindrücken auf mehren Ebenen des menschlichen Seins machten wir uns wieder auf den Heimweg, zurück ins schöne Basislager. Zum Tagesabschluss wollte uns noch jemand, vermutlich ob der heroisch erbrachten Badeleistungen, seine Aufwartung machen.

So nen Tag muss man erstmal erleben…

Es war mit zieml… na großer Sicherheit ein Stöckchen!

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