Es ist der letzte Tag im Basislager Linsidemore in den nordschottischen Highlands, ein letztes Mal durch die raue und oft menschenleere Weite…
Die für heute und die kommenden Tage angekündigten Stürme Austen und Boelo verheißen eigentlich das genaue Gegenteil von unserem über die Jahre doch recht lieb gewonnenen und als Normalität angenommenen „typisch schottischen“ Wetter. Die Warnungen von Starkregen und Sturmböen waren zu berücksichtigen, wenn man die abgelegensten Wege befahren möchte.

Aus diesem Grund haben wir uns gegen eine letzte Tour an die Westküste entschieden, sollten doch die beiden Wetterkumpels aus dem Westen kommen. (Nein, es wird jetzt und hier nicht über aus dem Westen kommende Dinge gefachsimpelt !!)

Also haben wir uns für den Norden entschieden. Die Strasse Richtung Kyle of Tongue haben wir in Altnaharra in Richtung Osten verlassen. Scheinbar gab es keine Menschen, die denselben Tagesplan gemacht haben, denn diese Straße gehörte ganz uns – bestimmt eine Stunde (und ganze 40 Kilometer – in dieser einen Stunde!) – dauerte es bis wieder ein Mensch in Sicht kam.
In der Zwischenzeit passierten wir das abgelegenste Hotel des Vereinigten Königreichs (laut eigener Werbung sogar eines der abgelegensten Hotels der Welt), Garvault House. Wie es da so allein dastand, man glaubt die Beschreibung sofort. Wer Ruhe und Einsamkeit sucht (oder den Film Shining besonders mag) – bitteschön.

Vorbei auch an Rotwildattrappen zum Draufballern (für den Jäger, der wohl nicht stundenlang durch ein baumloses, klatschnasses Torfgebiet krauchen will (und/oder kann), ganz lebendigem Rotwild, an unzähligen Schafen und für uns erstaunlicherweise lebende Fasane, erreichte the Caravan of Beach Cockroaches die schottische Nordküste und machte bei Melvich Beach halt.


Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Meer und dem Besuch einer denkwürdigen öffentlichen Toilette – es gibt hier eher selten Orte, bei denen einem während des Besuchs eventuell nötige Auffrischungsimpfungen in den Sinn kommen, aber naja – führte die Straße zum Ort Farr Beach. Um das Besuchserlebnis für jeden dort so intensiv, wie möglich zu gestalten, sind bereits am Eingang Grundregeln angebracht worden…

(frei übersetzt – „Schafe zu ärgern ist ein Übergriff. Hunde die man dabei erwischt, werden erschossen)



Im Zuge der exzessiven Strandbesichtigungen hat der Autor ein Traumhaus entdeckt. Er möchte also diese Gelegenheit beim Schopfe packen und die geneigte Leserschaft zu Spenden (gern in unverschämter Höhe) aufrufen. Im Gegenzug stellte er persönliche Allzeitzufriedenheit und ein lustiges Buch über Schottlandreisen in Aussicht. Das wär doch was…

An diesen traumhaften Orten vergeht die Zeit wie im Fluge. Gerade angekommen, geht‘s schon wieder weiter auf der Route.
Einen kleinen Abstecher noch hier und da und doch muss man immer ein bisschen noch den Heimweg zum Basislager im Kopf haben. Das fällt aber meist schwer… war das gerade ein Auto mit Augen???…

Und schon sind wir wieder am Kyle of Tongue. Ab hier geht es wieder geradewegs nach Süden zum Basislager. Wie aber schon vor ein paar Tagen geschrieben, ist diese Straße wohl eine der schönsten in Nordschottland.



Die letzte Nacht in diesem Basislager soll ganz entspannt und einfach ausklingen. Also nur ein ganz einfaches Black Angus Sirloin Steak mit Salat, nüscht besonderes.

Jetzt noch schnell den Tisch schmücken, die mittlere pubertierende Lendenfrucht hat morgen Geburtstag – 15!!! Gerade war sie noch klein und hat mir auf‘s Shirt gespuckt… der Urlaub ist ja noch jung und die Straßen stets kurvig.
PS: Wir haben bei Farr Beach keine erschossen Hunde gesehen…oder Schüsse gehört.

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