2. Tag – Westküstenrundreise, Nacktfusswanderung und Fischpromenade

Nach dem Frühstück machten wir Beachcockroaches – nein, das ist keine hippe Bezeichnung für ein Männerballett, das sind nur wir Strandscha(a)ben in ausländisch cool – auf eine Rundtour gen Westen.

Der Weg führte zunächst zur Ruine Ardvreck Castle, erbaut im 14. Jahrhundert. Diese steht sehr ansehnlich in der Landschaft.

Nur kommt man da nicht mehr so direkt ran, also zumindest wenn man trockene Füße behalten will. Da gibt es zwar eine Mauer, aber die darf man aus Gründen des Denkmalschutzes nicht betreten. Aber es gibt ja schon welche, die da gern ran möchten. Diese müssen sich dann wohl überlegen, wie man bei 11 Grad Lufttemperatur und ordentlich steifer Brise durchs Wasser da hinkommen kann.

Diejenigen, die also auf sooo kaltes Wasser (gebräuchliche Daumen-und-Zeigefinger-Geste) und nasse Füße pfeifen (und in weiser Voraussicht ein Handtuch im Rucksack haben (was hat zwei Daumen, ein Auge und weiß mal so richtig Bescheid…)) jaaa die sehen dann auch noch die anderen Seiten.

Doof nur, dass man auch wieder zurück muss. Wieder Schuhe und Socken ausziehen, wieder durchs kühle Nass stapfen und wieder in diebisches Kichern verfallen beim geradezu staatsmännischen Handtuchausdemrucksackziehen.

Dann ging es weiter zum hübschen Küstenort Lochinver. Und wenn man schon mal da hinkommt, dann sollte man unbedingt mal im Lochinver Larder reinschauen. Da gibts ne Menge leckere Sachen, aber bekannt sind dort insbesondere die mannigfaltig gefüllten Pasteten süß oder herzhaft.

(Steak & Ale war der eindeutige Tagessieger der Beachcockroaches)
(Vor verbrannten Mundbereichen sei aus gegebenem Anlass gewarnt !!!)

Von Lochinver ging es dann in Richtung Süden an der Küste entlang zum Strand in Achnahaird. Diese „Straße“, es sind etwa 30 Kilometer, verlangen dem Fahrer eine Menge ab, nicht zuletzt ein besonderes Verständnis für diejenigen Wohnmobilmieter, bei denen die Schilder „not suitable for caravans and motorhomes” nicht wirklich ein Lichtlein aufgehen zu lassen scheint.
Doch alles außer dieser besonderen, augenscheinlich nicht vom Aussterben bedrohten, Spezies ist beim Befahren eine wahre Augenweide…

(Und endliche wieder diese gechillten Verkehrsteilnehmer)

Wenn man erstmal den Parkplatz Achnahaird Beach erreicht, dann gibts in alle Richtungen Panorama und Oh‘s und Ah‘s.

(Besonderes Strandbild!!!)

Nach diesem wirklich wunderschönen Freilufterlebnis ging es nach Ullapool zum obligatorischen Fish-and-Chips-Essen beim The Chippy.

Das ist immer wieder richtig lecker und während alle so vor sich hin mampften, krähte die jüngste Lendenfrucht, dass ihr das Dings ganz besonders schmecken würde – na die Promenade drumherum… (sie ist so eine Frohnatur).

Dann ging es wieder gen Basislager und es sei in diesem Zusammenhang ein Mal erwähnt, nach Sonnenuntergang in den schottischen Highlands ein Kraftfahrzeug zu führen ist wirklich nichts für schwache Nerven. Da werden 50 Kilometer durchaus zu einer kleinen Pilgerreise…

Good night – Und immer dran denken, eine gute Promenade ist Gold wert.

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